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Notizen der Geschäftsführung

Notizen der Geschäftsführung

01.01.70 (k.A.)

 

Liebe Mitglieder,

die Sommerpause nähert sich ihrem Ende, nach und nach füllen sich die Büros und Schnittplätze wieder mit braungebrannten, entspannten Gesichtern. Um kurz zusammen zu fassen, was sich in den letzten Wochen so getan hat, hier die wichtigsten Entwicklungen, Aufreger oder Tipps aus meinen Gesprächen, Verhandlungen.

 

Künstlersozialkasse

Die KSK steht so gut da wie nie. 50.000 neue abgabepflichtige Unternehmen haben die Einnahmen spürbar erhöht. Dies ist eine sehr positive Entwicklung, die sich voraussichtlich über die nächsten Jahre fortsetzt und zu einer enormen Stabilisierung der KSK beiträgt und ihren Fortbestand sichert.

Sicher ist auch, dass die Filmeditoren zu den klassisch Versicherten gehören und auch auf keinen Fall einfach „rausgeschmissen“ werden, wenn Ihr für ein oder zwei Projekte auf Lohnsteuerkarte arbeitet. Ihr meldet Euch mit Aufnahme der abhängigen Beschäftigung ab und werde unproblematisch wieder aufgenommen, sowie Ihr wieder ein Folgeprojekt auf Rechnung annehmt und die Voraussetzungen erfüllt. Hier wurde mir seitens der KSK mehrfach versichert, dass das Ab- und Wiederanmeldeverfahren reibungslos funktioniert. Falls Ihr dennoch etwas anderes erlebt, meldet Euch bitte bei mir.

Ab dem 1. Januar 2017 hat man auch als Mitglieder der KSK die Möglichkeit, die Vorteile der Flexirente zu nutzen, sprich auch nach dem Renteneintrittsalter weiterhin beruflich tätig zu sein und weiterhin freiwillig in die Rente einzuzahlen. Da diese Entscheidung jedoch unwiderruflich ist und man einige Details unbedingt vorher klären sollte, lohnt sich ein vorheriger Anruf bei der KSK, gerne kann ich Euch hier Ansprechpartner vermitteln.

Wichtig zu wissen ist, dass die KSK nicht Euer Ansprechpartner für Fragen zur Höhe der Rente ist – das können sie nicht leisten und hier zahlen sie für Euch ja auch „nur“ in die Deutsche Rentenversicherung ein. Daher noch einmal die Bitte der KSK Euch bei allen Detailfragen zu Eurer Rente direkt an die DRV zu wenden. Mehr Details findet Ihr unter http://www.deutsche-rentenversicherung.de , persönliche Beratung oder Auskünfte erhaltet Ihr unter 0800 1000 4800.

 

Projektstart nur mit schriftlicher Vereinbarung

In der Beratung tauchen in letzter Zeit immer mehr Fälle auf, in denen Regisseure oder Produktionsfirmen vorzeitig die Zusammenarbeit aufkündigen und inzwischen schon der Meinung sind, „das ist doch völlig normal“. Das ist es keinesfalls und daher möchte ich Euch dringend ans Herz legen, kein Projekt zu starten ohne vorab per Mail wenigstens die wesentlichen Eckpunkte (Projekt AT, Format, Schnittzeit, Honorar) schriftlich bestätigt zu haben. Als Rechnungssteller solltet Ihr immer die Gesamtschnittzeit verabreden und dafür ein Gesamthonorar vereinbaren. Nur dann habt Ihr überhaupt die Chance auf einen finanziellen Ausgleich, falls die Kündigung mitten im Projekt kommt. Leider sieht das Gesetz dann nur 5% des noch ausstehenden Honorars vor. Idealerweise solltet Ihr daher in der Mail den Zusatz hineinschreiben: „Die Übertragung der Nutzungsrechte erfolgt vorbehaltlich der Zahlung des Gesamthonorars.“ Da Ihr auch nach der Kündigung noch Inhaber der Rechte seid, wird sich die Produktionsfirma in diesen Fällen deutlich kulanter verhalten und dann vielleicht auch mehr als die 5% der Restsumme zahlen.

Größere Produktionsfirmen werden dieses Vorgehen vielleicht nicht durchgehen lassen, aber bei den klassischen kleinen Dokumentarfilmen könntet Ihr durch eine solche Mail Eure Position deutlich verbessern.

 

Allianzen

Ihr habt in der Mitgliederversammlung 2017 entschieden, dass der BFS ab sofort mit TV-Sendern und Produzenten verhandelt, um bessere Arbeitsbedingungen und fairere Vergütungen zu erreichen und notfalls auch zu erstreiten. Die von Euch einstimmig beschlossene Satzungsänderung wurde inzwischen notariell umgesetzt, die aktuelle Fassung findet Ihr hier: https://bfs-filmeditor.de/fileadmin/Dateien/PDF/Satzung/BFS_Satzung.pdf

Wie Ihr wisst haben wir die Verhandlungen mit der ARD und Pro Sieben bereits aufgenommen, Verhandlungen mit dem ZDF und RTL stehen noch an.

Die Erfahrungen der letzten Monate haben gezeigt, dass es bei den Verhandlungen nicht nur auf ein geschicktes strategisches Vorgehen ankommt, sondern vor allem auch um ein einheitliches Auftreten der Gewerke und um einen Schulterschluss mit den Verbänden, die gleiche Ziele wie wir verfolgen.

Nach dem Austritt aus den Filmschaffenden, wo es leider in keinen Punkte mehr einheitliche Entscheidungen gab, ist es an der Zeit, sich mit vergleichbar starken, engagierten und tatkräftigen Verbänden auf ein gemeinsames Vorgehen zu verständigen. Denn sollte es einmal zum Äußersten kommen und nur ein Streik uns weiterhelfen – brauchen wir Editoren die Kolleginnen und Kollegen der anderen Gewerke an unserer Seite, um wahrgenommen zu werden und unsere Forderungen durchsetzen zu können.

Vor diesem Hintergrund sind wir derzeit in intensiven Gesprächen mit den Kameraverbänden und mit dem Verband für Szenen und Kostümbild welche Ziele unsere Allianz verfolgen wird, was unsere erste gemeinsame Aktion ist und wie wir uns wechselseitig bei unseren aktuellen Verhandlungen unterstützen können.

Wir sind sicher, den BFS durch diese Allianz stärken und die Interessen der FilmeditorInnen politisch und wirtschaftlich effektiver durchsetzen zu können.

 

Tarifvertrag Film und Fernsehschaffende gekündigt

ver.di hat in Abstimmung mit den Berufsverbänden die mit der Produzentenallianz abgeschlossenen Tarifverträge Manteltarifvertrag, Gagentarifvertrag und Tarifvertrag für Kleindarsteller vom 1. März 2016 fristgerecht zum 31. Dezember 2017 gekündigt. Bereits Ende September bzw. Anfang Oktober sollen die Neuverhandlungen aufgenommen werden, an denen von Seiten des BFS unser Vorstand Alex Berner teilnehmen wird. Zu den einzelnen Forderungen des BFS, zu denen u.a. die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge, höhere Gagen und kürzere Arbeitszeiten zählen, werden wir in den nächsten Tagen ein Positionspapier entwickeln. Wir freuen uns jederzeit über Euren Input und Forderungen, die Euch besonders am Herzen liegen.

 

Herzliche Grüße und Euch allen eine schöne Woche

 

Silke Spahr