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Nachruf Jean-Marc Lesguillons

Vergangenen Donnerstag ist unser geschätzter Kölner Kollege, Jean-Marc Lesguillons, seinem kurzen, schweren Krebsleiden erlegen.

01.01.70 (k.A.)

Jean-Marc Lesguillons war kein Mitglied unseres Verbandes, doch stand er stets voller Inbrunst für unseren Berufszweig ein, und motivierte junge Kollegen zum Beitritt in den BFS.

Präzision, Leidenschaft, Konsequenz und Ausdauer sind die Werte, die ich als ehemalige Assistentin mit Jean-Marc Lesguillons verbinde.

Sie waren der Leitfaden für die Filmprojekte, in deren Entstehungsgeschichte ich im Schneideraum direkten Einblick bekam: ‚War’n Sie schon mal in mich verliebt?‘ und ‚Der lange Weg ans Licht‘, beides in der Regie von Douglas Wolfsperger, sowie ‚Horst Buchholz, mein Papa‘ von Christopher Buchholz und Sandra Hacker. Für seine Arbeit an letzterem Film wurde Jean-Marc Lesguillons 2006 mit dem Bild-Kunst Schnitt Preis für die beste Dokumentarfilm-Montage bei Film+ in Köln geehrt.

Jean-Marc Lesguillons gab sein Wissen und seine Philosophie gerne an jüngere Filmschaffende weiter. So unterrichtete er einige Jahre die Schnittklassen an der Internationalen Filmschule in Köln und begleitete mit Engagement die Studenten der filmArche in Berlin.

Jean-Marc Lesguillons verglich die Montage eines dokumentarischen Werkes immer mit der Form einer Spirale, auf deren äußerer Bahn man sich zu Beginn des Schnittprozesses befindet und an deren Mitte man angekommen ist, wenn der Film seine perfekte Form gefunden habe.

Auf seinem persönlichen Lebensweg hat Jean-Marc Lesguillons nun seine Mitte erreicht. Die Veröffentlichung seiner zuletzt montierten Filme ‚Camp 14‘ und ‚Die Suche‘ wird er leider nicht mehr miterleben.

Jessica Ehlebracht im Oktober 2012