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Guido Krajewski

Film ist Teamarbeit, doch am Ende des Tages kommt es natürlich auch auf die Kreativität jedes Einzelnen an.

15.03.2011

BFS-Mitglied Guido Krajewski arbeitet seit Ende der Achtziger Jahre als Filmeditor und hat ohne Umwege den Digitalen Schnitt für sich entdeckt. Seine Projekte findet man mit Dokumentationen, Fernsehspielen, Krimis und TV-Serien häufig im Fernsehen wieder. Nach fünfzehn Jahren als Geschäftsführer der Film- und Fernsehproduktion Cut Company in Köln, hat er sich wieder vornehmlich für das kreative Arbeiten als freiberuflicher Editor entschieden. Krajewski gehört zu den Gründungsmitgliedern der neuen Deutschen Akademie für Fernsehen e.V.

Wieso kam es zur Gründung der Deutschen Akademie für Fernsehen e.V.?

Die Initialzündung war der Deutsche Fernsehpreis, der im Herbst vergeben wurde. Viele Kollegen, viele Filmschaffende und auch ich waren empört, dass nicht mehr die einzelne kreative Leistung sondern diese nur noch im Gesamtpaket geehrt wird. Film ist Teamarbeit, doch am Ende des Tages kommt es natürlich auch auf die Kreativität jedes Einzelnen an.

Sieht sich die Akademie denn als Konkurrenz zum Deutschen Fernsehpreis?

Nein, darum geht es nicht. Statt eine Konkurrenzsituation zu etablieren, sind wir mit den Stiftern des Fernsehpreises schon seit Dezember im Gespräch über etwaige Kooperationen.

Wie wurden Sie als Filmeditor zum Gründungsmitglied der Akademie?

Die Akademie soll breit aufgestellt werden und so bin ich von Produzent Gerhard Schmidt angesprochen worden, ob ich die Idee unterstützen und als Filmeditor mitmachen möchte.

Welche Kerngedanken der Deutschen Akademie für Fernsehen e.V. interessieren Sie?

Die Akademie will signalisieren, dass es an der Zeit ist über das Fernsehen zu reden um neue Akzente zu setzen. Das Medium Fernsehen ist seit Jahren im Wandel, die Zuschauerzahlen sinken, das junge Publikum bleibt weg. Diese Entwicklungen bekomme ich seit Jahren in meiner eigenen Arbeit zu spüren. Unser Erfolg als Filmeditor wird wie bei allen anderen auch durch die Quote gemessen. Wir dagegen wollen eine Öffentlichkeit für die kulturellen Werte des Fernsehens und für unsere kreative Arbeit schaffen.

Musste man Sie überreden neben Ihrer freiberuflichen Arbeit als Filmeditor dieses kulturpolitische Ehrenamt zu übernehmen?

Nein, ich fand die Idee stark und hab mich recht schnell dazu entschieden. Wir Akademiemitglieder leben alle vom Fernsehen, wir machen das gerne und schätzen das Medium in all seinen Facetten. Aber es muss Veränderungen geben. Kulturpolitisch zu arbeiten ist für mich allerdings ein Novum. Ich lerne dazu.

Welche Aufgabe übernehmen Sie in der Akademie?

Wir haben Sektionen gegründet die völlig autark und gleichberechtigt agieren sollen. Als Gründungsmitglied bin ich nun für die Leitung der Sektion der Filmeditoren zuständig.

Was ist der nächste Schritt in dieser Sektion?

Die Sektion der Filmeditoren muss aufgebaut werden. Als erstes steht der Beitritt von Mitgliedern an. Erst dann, können wir als Filmeditoren Einfluss in der Akademie und nach außen ausüben. Wie jede andere hat die Sektion Filmeditor die Aufgabe ihre eigenen Inhalte zu schaffen. Das Tolle ist, wir haben die Gelegenheit sehr frei nachzudenken – noch ist nichts in Zement gegossen. Und dann steht natürlich der Austausch mit den anderen Sektionen an. Die Akademie soll ein Verbandsübergreifender Raum für Fernsehschaffende werden.

Wie hat die Kollegenschaft bislang auf diesen Vorstoß reagiert?

Die Resonanz ist sehr positiv. Viele Leute haben von der Gründung der Akademie gehört und wir sind im Gespräch. Das hat man vor allem bei der Berlinale im Februar gemerkt. Die Sektionen der Schauspieler und Regisseure haben auch schon starke Mitgliedszahlen. Die Filmeditoren hingehen zögern noch.

Weitere Informationen und Mitgliedsanträge unter:
www.deutscheakademiefuerfernsehen.de

 

Das Interview führte Ute Bongartz.