TELEFON 030 - 23 63 38 66 Mitglied werden intern
Bitte BFS-Benutzernamen und Passwort eigeben:
Volltext-Suche in der Website English

 

Interview mit Sebastian ThümlerKurzschnitt

Sebastian Thümler

Es ist ein berufliches Bekenntnis zu sagen: Ich bin Filmeditor und deshalb gehöre ich auch zum Verband.

28.06.2009

Filmeditoren stehen eher seltener im Blitzlicht von Preisverleihungen. Das kommt aber daher, dass so wenige Auszeichnungen die Montage überhaupt herausheben. Ohne sie gäbe es allerdings keine Filmkunst – das weiß die Deutsche Filmakademie. Und darüber freut sich auch Sebastian Thümler. Er erhielt für seine Montage im Kinospielfilm „Chiko“ von Özgür Yildirim den Deutschen Filmpreis. Dabei weiß der erfahrene Filmeditor nicht nur, wie er für einen Film den richtigen Ton findet. Er ist auch Vorstand des BFS im Raum Hamburg.

Wie kamen Sie eigentlich zum Verband?


Ich bin beigetreten, das ist noch nicht so lange her. Das war vor drei Jahren, ich war schon lange Zeit als Filmeditor tätig und nicht organisiert. Konkret bin ich auf dem Forum für Montagekunst, der Film+ in Köln auf sehr viele interessierte Menschen mit großem Enthusiasmus für diesen Beruf gestoßen –
namentlich BFS-Mitglieder. Da wurde ich beworben, beizutreten. Tatsächlich hatte ich aber selbst das Gefühl, dazuzugehören. Es ist ein berufliches Bekenntnis zu sagen: Ich bin Filmeditor und deshalb gehöre ich auch zum Verband. Hier organisieren sich nämlich die besten und erfahrenen Kollegen.

Was schätzen Sie denn an den dort organisierten Mitgliedern besonders?


Das ist ein Beruf, den macht man mit Leidenschaft. Das Netzwerk gibt einem die Möglichkeit, sich mit Kollegen auszutauschen, denen es ebenso geht. Das ist ein wichtiges Moment. Oft kommt man ganz jung in diesen Beruf und da sieht man zwar seinen beruflichen Weg vor sich, aber noch nicht das größere Umfeld. Erst das Umfeld ermöglicht aber die Arbeit und bestimmt, wie sie stattfindet. Mit mehr Erfahrung erkennt man dann, dass man auf viele Dinge alleine keinen Einfluss nehmen kann. Im Verband aber kann man das durchaus. Die Interessenvertretung ist eine unserer wichtigsten Funktionen: wir können die Stimme für alle erheben.

Sie selbst leben und arbeiten in Hamburg – wo versuchen Sie sich als Vorstand besonders zu engagieren?


Es gibt bestimmte Themen, denen wir uns ja generell stellen: Das ist zum einen das Thema, wie wir jüngere Editoren für unseren Verband interessieren. In Berlin ist das schon weit gediehen, weil es dort auch viel jungen Nachwuchs gibt. Für Hamburg wünsche ich mir ähnliches. Das ist auch einer der Gründe, warum ich in den Vorstand gegangen bin. Zum einen bietet der Verband auch für die Mitglieder die Möglichkeit zum Austausch – das ist für mich ein besonders attraktiver Teil der Ortsarbeit. Zum anderen erlebe ich, dass sich Referenten oder Firmen sehr freuen, wenn sie die Möglichkeit haben, mit uns zu sprechen. Zuletzt haben wir Themenabende veranstaltet, wie den über das Arbeiten mit HD-Video. Ich merke da immer wieder, dass man als Einzelperson von den Erfahrungen anderer lernen kann. Deshalb sind wir mit der Idee dieser Themenabende auch auf große Zustimmung gestoßen. Es gibt einfach Fragen, die zurzeit fast allen Editoren unter den Nägeln brennen. Und diese brauchen den richtigen Raum, um Gehör zu finden.

Das Interview führte Karolina Wrobel.